„Quo Vadis Ärzte“ betitelten wir unser Info. Zuvor hatte das Stadtparlament mit den Stimmen von SPD und FW das Investorenkonzept zur Bebauung der Raiffeisenstraße abgelehnt. Hiernach sollten neben Wohnun- gen auch Geschäfte und eine zentrale Arztpraxis entstehen.

Rund vier Monate später sind wir nun etwas, aber nicht all zu viel
schlauer. Ob und welche Ärzte den Standort Reichelsheim beibehalten, ist bis dato unklar – der Umfang der künftigen Ärzteversorgung somit weiterhin nicht prognostizierbar und mit einem dicken Fragezeichen versehen.

Das Parlament hat nunmehr einer modifizierten Version einer Gemeinschaftspraxis
zugestimmt. Es ist allerdings auch nicht mehr als die schemenhafte Zeichnung von
einem eingeschossigen Gebäude, für das der Bebauungsplan geändert wurde. Ohne auf weitere Details einzugehen, bleibt folgendes gegenüber dem ursprünglichen und von der CDU favorisierten Projekt festzustellen.

Die jetzige Variante:
- bietet ca. 100 qm weniger Praxisfläche und beinhaltet alleine hierdurch ein geringeres Angebot an ärztlichen Dienstleistungen
- bietet keine Einzelhandelsgeschäfte und
- bedeutet für die Stadt finanzielle Einbußen, da nur noch ein Drittel des vorherigen Quadratmeterpreises gezahlt würde. Der Stadt fehlen so über 300.000 Euro an Einnahmen allein aus der Vermarktung von nur einem Grundstück. Um wieviel höher diese Summe bei der Vermarktung der beiden verbleibenden Grundstücke steigt, ist derzeit nicht ansatzweise absehbar.

Die SPD warf dem ursprünglichen Investor vor, für ein Projekt, das jetzt eins zu eins in Ranstadt umgesetzt wird eine städtebauliche Sünde zu begehen. Es würde uns nicht wundern, wenn man der SPD jetzt angesichts der so verpulverten Steuergelder eine fiskalpolitische Sünde vorwirft. Angesichts einer sich abschwächenden Konjunktur und immensen investiven Herausforderungen der Stadt hält die CDU ein solche Vergeudung von Steuermitteln für unverantwortlich.

« Zukunft des Bergwerksees mitgestalten Wieder Dynamik in die Diskussion bringen »